Transcript of Schreter (1827), a German physician's account of a live-born cow-human hybrid:

Beschreibung einer in Ungarn in der Zipser Gespannschaft in der Bergstadt Wagendrüssel von einer Kuh geworfenen Misgeburt (Schreter 1827, pp. 487-489)


Benjamin Münich, Einwohner der Bergstadt Wagendrüssel, kaufte, nach seiner Aussage, von Joh. Krall aus Stellbach den 14ten März 1825 eine trächtige Kuh. Diese jungte den 25sten April 1825 Nachmittags, wo bei der Geburt, sowol der Inhaber der Kuh, als auch sein Weib, wegen des vermeinten großen Kalbes Hülfe leisten mußten; beide erschraken, als se statt des Kalbes eine Misgeburt vor sich hatten, welche sie sogleich todt schlugen. Dieser Misgeburt wurden von einem Kaufmanne die Eingeweide herausgenommen, und mit Werg ausgestopft. Erst nach acht bis zehn Tagen wurde die Sache von der wohllöblichen Zipser Gespannschaft gerichtlich untersucht, und durch den Leutschauer Maler, Joh. Müller, abgemalt.

Diese Misgeburt ist vom Kopfe bis zum Hintern 3 Schuhe (Wiener Maas) lang, und wenn sie auf die Füsse gestellt wurde, hatte sie zwei Schuhe höhe. Der Kopf ist groß, sieht ganz einem Menschenkopfe ähnlich, vom oberen Theil des Stirnbeins über das Gesicht zum Kinne, maaß das Kalb zehn Zoll. Stirn und Seitenwandbein sind schön wie bei Menschen geformt, und bildeten ordentlich die Fontanelle; von der Fontanelle über die Nath gegen das Hinterhauptbein zu, hatte es einen Zoll länge, gelbbraunes Haar, an beiden Seiten etwas kleinere Menschenohren, an deren Läppchen Kalbsohren von drei Zoll länge, die an der Spitze mit dunnen Haaren bewachsen sind, das Angesicht ist ganz glatt, ohne haare, schöne blaue Augen, schwarzbraune Augenbraunen, die Spitze der Nase platt gedrückt, die Nasenlöcher entferner von einander, weil die Scheidewand der Nase dicker, als bei einem Menschen war. Der Oberkiefer hatte keine Zähne, und bildete ordentlich die obere Mundlefze wie bei einem Menschen, der unterkiefer, in dem zehn spitzige nicht breite Zähne stecken, hat mehr Aehnlichkeit mit dem eines Kalbes. An der Brust stehen zwei halbrunde, mit schönen hervorragenden Warzen, im Umkreise drittehalb Zoll gross, ungefähr einen halben Zoll erhabene Brüste (Mammae), wie bei einem jungen Frauenzimmer. Die Brust (pectus), Rippen und Leib wie bei einem Menschen gebildet, eben so auch die Hinterbacken, nur der Körper, in Verhälteniß zu den Füßen, mehr gestrekt. Aus den Lendenwirbelbeinen geht ein nackter, einen halben Zoll im Durchmesser und acht Zoll langer Schwanz, ber die weiblichen Geburtstheile. Zwischen den Hinterbacken das Euter, und am Bauche ist noch die Nabelschnur bemerkbar. Die Gliedmaassen bis ans zweite Glied nakt wie der Körper, von da an mit braunen glanzenden Haaren bewachsen, und unten weisse, einem Kalbe gleiche Klauen.

Daß diese Misgeburt wirklich in der Bergstadt Wagendrüssel gebohren sey, kan der dortige ganze Magistrat, fast alle Einwohner davon, auch eine Debutation der wohlöblichen Zipser Gespannschaft bezuegnen.

David Schreter, Med. Dr., practischer Arzt zu Leutschau.