The following excerpts are the original German of the three passages from Peters (1862) translated in the text.

Excerpt 1:

“Als ich im vorigen Herbste das Vergnügen hatte eine Zeitlang mit dem trefflichen Prof. Lenz in Schnepfenthal zusammen zu sein kamen wir auch auf Bastardbildungen zu sprechen. Derselbe theilte mir einen Fall von Bastardbildung zwischen Ente und Huhn mit, den ich, da er ihn nicht selbst beobachtet hatte, bezweifelte. In Folge dieses Gesprächs hatte Hr. Prof. Lenz die Güte, mir einen Brief von Hrn. Rector Dr. Sommer zu senden, welcher die folgenden interessanten Mittheilungen enthält. Der Brief vom 23 März, 1862 war nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt gewesen, indess schreibt nur Hr. Prof. Lenz dass ich auf seine Verantwortung die folgenden Notizen in einem Journale veröffentlichen könne.”

Excerpt 2:

“Von den fraglichen Bastardirungen kenne ich vier positive Fälle, zwei zwischen Enten und Hühnern, einen zwischen Enten und Gänsen, und einen zwischen Perlhuhn und Pfau oder Truthuhn. Den ersten habe ich beobachtet nach der Mitte der zwanziger Jahre auf dem Hofe Oeblitzmühle, halbwegs von Naumburg nach Weissenfels, Goseck gegenüber, wo ich meistentheils meine Schulferien zubrachte. Dort war aus einem Entenei ein dunkelfarbiges Mittelding zwischen Huhn und Ente hervorgegangen, in der Körperform jedoch mehr der Ente, am Kopfe und in der Schnabelbildung mehr dem Huhne gleichend, mit vollständigen Hühnerfüssen, deren Zehen jedoch bis zur Hälfte durch eine Schwimmhaut verbunden waren. Flügel und Schwanz waren noch nicht ganz entwickelt als ich das seltsame Geschöpf während der Hundstagsferien täglich vor Augen hatte. Es hielt sich zu der Entenbrut, unter welcher es ausgekommen war, liess sich mit diesen aufs Wasser treiben, schwamm auch recht gut, kehrte aber immer bald ans Ufer zurück, und ging freiwillig nur dann in’s Wasser, wenn sich’s baden wolte, und dann auch nur soweit, als es gründen konnte. Ob Männchen oder Weibchen konnte ich bei Ablauf meiner Ferien noch nicht unterscheiden. Als ich Ostern drauf wieder hinkam, hatte ein gewisser Thienemann in Naumburg, Gastwirth im braunen oder rothen Ross, meiner Tante das Wunderthier abgeschwatzt, in einen Lattenkäfig seines Hofes neben Raubvögel und anderes Unthier gesteckt und dort während des Winters umkommen lassen. Ich alterirte mich über diesen vandalischen Eingriff in mein naturhistorisches Spezialitätsinteresse dermassen, dass ich schon den andern Tag mein Ränzchen wieder auf den Rücken nahm und der Heimath vollends zuwanderte.”

Excerpt 3:

“Natürlich liess mich das Ding nicht ruhen und ich wollte nun planmässig herstellen, was dort durch Zufall entstanden war. Den Faden, der mich dabei leiten sollte, glaubte ich schon in der Hand zu halten. Ich hatte nämlich schon beobachtet, dass einzelne von Hühnern ausgebrütete Entriche eine ewige Hetzjagd auf Hühner machten, hatte dann umgekehrt Hühner von Enten ausbrüten lassen und dieselbe Leidenschaft gegen Enten schon an einem noch nicht halb ausgewachsenen Hähnchen wahrgenommen, und fiel nun darauf, dass dies Paarungsneigung sein könnte, während der Geflügellärm, der dadurch auf dem stillen Pfarrhofe meiner Eltern angerichtet wurde, ich mochte fürbitten soviel ich wollte, die Anstifter davon als unerträgliche Störenfriede regelmässig in die Küche brachte. Wollte ich daher den beabsichtigten Versuch wirklich ausführen, so musste ich zur List greifen. Ich wusste nämlich einen Entrich, der wieder einmal recht auf die Verfolgung der Hühner versessen war, so lange vor dem Schlachten zu bewahren, bis nur noch der übrig war, der im nachsten Jahre die Art fortpflanzen sollte, dann schaffte ich diesen letztern auf die Seite und nun musste wohl mein geheimer Liebling zur Zucht behalten werden. Als die Legezeit wieder begann, traf sich’s dass der Entrich eine besonders zahme Henne vor allen anderen bevorzugte, wodurch es mir möglich wurde, ihrer Bereitwilligkeit noch ein bischen nachzuhelfen und die Eier zu sammeln. Aus diesen waren beim Ausschlüpfen, das leider in meiner Abwesenheit stattgefunden, zwei Monstra zum Vorschein gekommen, ein in allem Uebrigen vollständiges Hühnchen nur mit förmlichen, blos etwas höheren Entenbeinen, das aber schon in der ersten Nacht von der Alten erdrückt wurde, und ein mehr entenartiges Geschöpf mit Hühnerfüssen und einem Mittelding zwischen Enten und Hühnerschnabel. Letzteres befiederte sich auch ganz nach Art der Enten, indem die ersten Federn nicht an den Flügelspitzen, sondern auf den Schultern hervorzubrechen begannen. Da ich es nicht selber pflegen und überwachen, sondern ihm von Jena aus nur Sonnabends einen Besuch abstatten konnte, und darüber sogar einigemal Reinholds Geschichte der Philosophie schwänzte, so fand ich das Thierchen, als es ungefahr 6 Wochen alt war, wahrscheinlich zur Strafe für diese wissenschaftliche Versündigung, von einer Kuh ertreten todt zuhause vor. Es wird dies im Jahre 1829 oder 30 gewesen sein.”